Statistisch gesehen besitzt nahezu jeder Deutsche rund 10.000 Objekte, die nicht nur einen emotionalen Wert haben. Viele Dinge des Hausrats haben selbst nach Jahren der Nutzung einen Wert. Doch was passiert, wenn der Hausrat durch ein Feuer, einen Wasserschaden durch Leitungswasser oder extreme Wetterverhältnisse beschädigt wird? In diesem Fall lohnt sich der Abschluss einer Hausratversicherung in Deutschland, die nicht verpflichtend ist.
Wann greift die Versicherung, welche Schäden sind damit abgedeckt und welche Personen teilen sich eine Hausratversicherung? Diesen und weiteren Fragen geht der nachfolgende Artikel auf den Grund.
Warum ist eine Hausratversicherung wichtig?
Das Hab und Gut in den eigenen vier Wänden ist vielen Deutschen heilig. Egal, ob eine teure Einrichtung, ein exklusives Instrument oder Wertgegenstände – alles hat seinen Wert und wird unter den abgeschlossenen Konditionen des Versicherers erstattet.
Zum Hausrat gehören alle persönlichen Gegenstände, die sich in einem Zuhause befinden. Dazuzählen zum Beispiel:
- Bargeld, Schmuck und Wertpapiere (bis zu einer bestimmten Summe),
- elektrische und elektronische Geräte wie Waschmaschine, Laptop oder Spielekonsole
- Spielzeug, Kleidung oder Bücher
- sowie das Mobiliar wie etwa Teppiche, Geschirr oder Schränke.
Für die Definition des Hausrats ist es gut zu wissen, dass alle Gegenstände dem persönlichen Ge- und Verbrauch obliegen.
Was ist der Unterschied zur Haftpflichtversicherung?
Oftmals werden die Begriffe Hausratversicherung und Haftpflichtversicherung synonym im mündlichen Sprachgebrauch verwendet, obwohl es sich um zwei verschiedene Dinge handelt. Bei einer Hausratversicherung übernimmt die Versicherung Schäden bis zu einem bestimmten Wert, die aus dem eigenen Haushalt stammen. Wichtig dabei ist, dass es sich um Fremdverschulden handelt. Die versicherte Person darf also nicht selbst schuld am Verlust oder Schaden sein.
Bei einer Haftpflichtversicherung hingegen ist es genau der umgekehrte Fall: Geht der versicherten Person versehentlich ein Gegenstand einer anderen Person zu Bruch, haftet die Versicherung bis zu einer bestimmten Summe. Entscheidend ist, dass es sich um ein Versehen handelt und ob eine plausible Erklärung des Tatvorgangs abgegeben werden kann. Der Schaden kann das persönliche Eigentum einer Fremdperson oder die Person selbst betreffen.
Was ist mit der Hausratversicherung in Deutschland abgedeckt?
Eine Hausratversicherung ( siehe – Welche Schäden deckt eine Hausratversicherung ab ) deckt die durch bestimmte Umstände entstandenen Schäden ab und übernimmt die Kosten von bis zu 30 Prozent der Versicherungssumme. Bei Schmuck ist ein maximaler Wert von bis zu 25.000 Euro möglich und bei Bargeld liegt die Obergrenze bei 1.500 Euro.
Schäden durch Feuer
Ist im eigenen Zuhause ein Feuer in einem Raum oder in mehreren Räumen ausgebrochen, sind die meisten Gegenstände nach dem Löschvorgang nicht mehr brauchbar. In diesem Fall greift die Hausratversicherung, die die Kosten des beweglichen Eigentums abdeckt. Dazu gehören:
- Kleidung,
- Möbel
- oder Einrichtungsgegenstände.
Hinzu kommt eine Kostenübernahme, wenn die Bewohner aufgrund der aktuellen Lage in ein Hotel ziehen müssen. Das gilt auch für die Lagerungskosten von Gegenständen, die gesichert werden konnten.
Schäden durch Leitungswasser
Ein Wasserschaden entsteht häufig durch einen Rohrbruch oder durch eine defekte Waschmaschine. Wichtig dabei ist zu beachten, dass es sich um Leitungswasser handelt. Bei Schäden durch Hochwasser, Starkregen oder Ähnlichem haftet nicht die Hausratversicherung, sondern die Gebäudeversicherung. Besonders wichtig ist, dass die Wasserzufuhr und der Strom gekappt werden. Fotos von den Schäden und eine schnelle Meldung bei der Versicherung helfen, den Schaden schnellstmöglich abzuwickeln.
Wetterbedingte Schäden
Bei wetterbedingten Schäden, die durch einen Sturm ab Windstärke acht oder Hagel entstanden sind, greift die Hausratversicherung in den meisten Fällen. Bei Schäden, die durch Nässe auftreten, sollte zusätzlich eine Elementarversicherung abgeschlossen worden sein. Erst dann sind diese Schäden ebenfalls versichert.
Schäden nach einem Einbruchdiebstahl
Der Schock sitzt tief, wenn die Wohnungstür oder ein Fenster aufgebrochen sind. Bei einem Einbruch sollte so schnell wie möglich gehandelt und eine Stehlgutliste erstellt werden.
Schäden durch Vandalismus sind heutzutage in modernen Hausratversicherungen abgedeckt, sofern diese bei einem Einbruchdiebstahl entstanden sind. Ist es nicht zumutbar, im eigenen Zuhause zu bleiben, übernimmt die Versicherung die Hotelkosten. Die Kostenübernahme beläuft sich in der Regel auf maximal 200 Tage im Jahr und darf nicht mehr als 200 Euro pro Tag kosten.
Aber Achtung: Bei einem Schaden am Auto zahlt nicht die Hausratversicherung, sondern die Vollkasko.
Weitere Konditionen
Manche Versicherer bieten einen weiteren Service mit verbesserten Konditionen, die sich zum Teil lohnen. Darum ist es ratsam, eine Hausratversicherung in Deutschland vor dem Abschluss zu prüfen und individuelle Angebote einzuholen.
So ist es bei manchen möglich, Gegenstände zu versichern, die sich außerhalb der eigenen vier Wände befinden. Eine teure Sportausrüstung oder Instrumente sind in dem Fall versichert.
Wer sich einmal ausgesperrt hat, bleibt nicht auf den Kosten des Schlüsseldienstes sitzen. Das gilt nur, wenn diese Kondition im Vertrag der Versicherung steht.
Woran sind die Kosten für eine Hausratversicherung zu messen?
Eine Hausratversicherung in Deutschland ( siehe Info zu ist diese verpflichtend? )beginnt oftmals mit einem günstigen Basispreis von 0,60 Euro pro Monat. Das sind bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung pro Jahr nicht mehr als 35 Euro. Häufig gibt es Partnerangebote, sodass unverheiratete Paare einen günstigeren Tarif erhalten.
Die Kosten für die Hausratversicherung hängen von der Quadratmeterzahl der Wohnung und den Konditionen ab.
Meist ist eine Pauschale von 650 bis 700 Euro üblich, sodass beispielsweise für eine 100 Quadratmeter große Wohnung eine Versicherungssumme von 65.000 bis 70.000 Euro gilt.
Darauf ist zu achten
Die verschiedenen Konditionen bei einem Vertragsabschluss einer Hausratversicherung sind zu beachten. Zudem sollte sich das Angebot immer auf die individuelle Wohnsituation und die Höhe der Wertgegenstände beziehen. In den meisten Fällen lohnt sich eine Hausratversicherung in Anbetracht der Anzahl der Gegenstände pro Person, die mehrere Tausend Euro wert sind.
Fazit
Eine Hausratversicherung in Deutschland deckt verschiedene Schäden ab, die durch Feuer, Leitungswasser oder wetterbedingt entstehen. In den meisten Fällen lohnt sich der Abschluss, um den eigenen Hausrat gut versichert zu wissen.
